Dienstag, 6. März 2012

Gender-Lego

Ich war gestern zu Besuch bei meiner Cousine und ihrem 4jährigen Sohn. Ich hab ja keine Kinder, also ist er immer mein "Studienobjekt", wenn es um Kindererziehung und Gender usw. geht.
Wir saßen also gestern in seinem Zimmer und haben mit Lego gebaut. Hauptsächlich eigentlich meine Cousine und ich - er hatte keine Lust. Ich muss es zugeben, ich spiele immer total gerne mit seinen Playmobil- oder Lego-Sachen. Wir hatten nie so viel und so viel verschiedenes Zeugs als Kinder, ich bin total begeistert!
Gestern erinnerte ich mich beim Spielen natürlich als allererstes an die Lego-Gender-Videos von Feminist Frequency, die ich vor Wochen gesehen habe und die im Netz ja große Wellen geschlagen haben. Ich hab mich sehr aufgeregt über dieses neue "Mädchenlego". Falls ihr die Videos noch nicht kennen solltet:




Mein Großcousin hat das ganz klassische Lego, mit dem auch schon sein Vater und die Tante gespielt haben.
Ich hab mir also gedacht, ich tu was für seine Genderbildung und hab erstmal alle Personen aus der Kiste gefischt und dann wild kombiniert. Die Figur mit geschminktem Mund bekam rote Haare aufgesetzt und einen Businessanzug an und den rosa Pferdepulli hab ich einem bärtigen Gesicht zugeordnet.
Da es zwei Robin Hoods gab, hab ich bei der einen einen langhaarigen Frauen*-Kopf draufgesetzt. Robin Hood wird jetzt von seiner Freundin auf dem Motorrad durch die Gegend gefahren. Leider kann man bei Lego ja immer nur entweder Frisur oder Hut aufsetzen. Langhaarige Rennfahrer_innen gehen also nicht - zumindest nicht, wenn man den pädagogisch wertvollen Helm nicht weglassen mag ;-) Und die Robina Hood kann deshalb leider nicht dieses chice Mützchen tragen.
Wenn der Kleine dann beim nächsten Mal auch mitspielt, bau ich ihm erstmal ne schöne Villa für die beiden verliebten Briefträger *gg*

Kommentare:

  1. Oh, ich liebe Anita Sarkeesian!

    Wenn man ganz junge Kinder beobachtet merkt man wirklich, dass sie ähnlich spielen, wie du es jetzt zum Beispiel gemacht hast. Ich habe schon Jungs mit Puppen und Mädchen mit Ritterburgen spielen sehen, alles ganz normal, ohne Vorbehalte, ohne Igittigitt etc. Aber leider wird die Prägung, die die Kinder erwartet immer stärker und die Erwachsenen fangen so früh an Spielzeug, Musikinstrumente etc. als "für Mädchen" oder "für Jungs" zu deklarieren. Das macht mich manchmal echt traurig.

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    1. Ja, Anita ist total süß und bringt die Videos immer so klasse rüber.

      Kinder machen definitiv keinen Unterschied, was Geschlechter und Spielzeug angeht. Das ist alles anerzogen, wenn du mich fragst. Kinder spielen mit dem, was ihnen angeboten wird. Und wenn ein Junge eben keine Puppe besitzt, weil Mama und Papa (oder sonstwer) sagen, dass das für Mädchen ist, dann spielt er auch nicht damit.
      An Spielzeug merkt man nicht nur oft die Einteilung in w/m, sondern auch die in normal/weiblich.

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  2. ich bin ja für stofftiere - die sind "neutral" und soooo süß!

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    1. Puppen sind auch neutral - auch Jungs können Väter werden bzw. mit Puppen Familie oder Freundschaft spielen.
      Und auch Stofftiere können gegendert sein. Man denke an rosa Herzchenbärchis und Ähnliches.

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  3. Tolle Aktion! Ich liebe auch Playmobil... ich war sogar kurz davor, mir das alles für mich wieder zuzulegen.
    Man kriegt richtig Gänsehaut, wenn man in einen Spielzeugladen geht und ein großes Schild sieht ('Wie Mami') und dadrunter dann nur Spielzeugküchen stehen. Daneben dann ('Wie Papi') Werkbänke. *augenroll*
    Alles anerzogen, keine Frage.

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  4. Tolles Video! Hat mir einen neuen Blick auf die Lego-Welt, die mir gar nicht so bewusst war. Da weiß man doch sofort, was man selbst irgendwann mal besser machen wird. :-)

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